Ein gewöhnlicher Auftrag, ein Klick
Fester Auftrag über 3 geschweißte Baugruppen, die verschraubt werden müssen. Genaue Anforderung: 30 Schrauben.
Nichts Alltäglicheres in der Industrie. Und doch löste dieses kleine Detail eine echte Veränderung aus.
Der Reflex: wirtschaftlicher Menschenverstand … oder Illusion?
Die historische Logik war einfach: Eine Schachtel mit 200 Schrauben für 16 € bestellen, also 0,08 € pro Schraube.
Weil „man sie brauchen wird“, weil „es billiger ist“, weil „wir es schon immer so gemacht haben“.
Aber wie sieht die Realität hinter dieser Entscheidung aus? 170 unnötige Schrauben, die gelagert, verwaltet, transportiert, gezählt … und dann weggeworfen werden.
Wenn man wirklich nachrechnet
Wir haben uns angesehen, was das für eine einzige Bestellung bedeutet:
ERP-Eingabe: 5 Min. = 3 €
Wareneingang, Etikettierung, Einlagerung: 10 Min. = 6 €
Inventur (6 Durchgänge über 3 Jahre): 30 Min. = 18 €
Handhabung und Überprüfung: 10 Min. = 6 €
Stille Ausschussware: 2 €
Tatsächliche Verwaltungskosten: ca. 35 €, was einem „Gewinn” von 1,20 € pro Einheit entspricht.
Ganz zu schweigen vom CO2-Fußabdruck und der durch den Überschuss verursachten Qualitätsminderung.
Ein Kaizen, der von der Praxis getragen wird
Diese Veränderung verdanken wir Mathieu und Jeanne, die mit unserem Lieferanten Somefi einen Kaizen initiiert haben.
Sie stellten eine einfache Frage: „Was wäre, wenn wir aufhören würden, standardmäßig zu lagern?”
Somefi erklärte sich bereit, mitzumachen: genau 30 Schrauben zu liefern, unverpackt. Nicht mehr. Nicht weniger.
Konkretes Ergebnis
Ein höherer Stückpreis (0,12 €)
Aber 0 Schrauben zu viel
0 versteckte Kosten
Und was die Qualität angeht: eine natürliche Verwechslungssicherung → 30 erhaltene Schrauben = 30 montierte Schrauben
Ein Satz, der alles zusammenfasst
Dieser Fall erinnerte das Team an einen Satz von Shigeo Shingo:
„Lagerbestände dienen dazu, Probleme zu verbergen. Probleme mit Maschinen, mit Mitarbeitern, mit Prozessen. Hohe Lagerbestände verschleiern sie alle.“ – A Study of the Toyota Production System, 1981
Was dies offenbart hat
Bei Hexalean haben wir etwa 2.000 Artikel dieser Produktfamilie, die aus Gewohnheit und nicht aus strategischen Gründen gelagert werden.
Ausgehend von den Erkenntnissen, die wir aus dieser Schraube gewonnen haben, schätzen wir:
24.760 € vermeidbarer gebundener Kapitalaufwand pro Jahr
3,4 Tonnen unnötiger Stahl
11,9 Tonnen vermeidbares CO₂
Und mehr als 1.000 Stunden weniger Verwaltungsaufwand
Eine viel umfassendere Transformation
Diese Schraube ist zu einem Symbol für das geworden, was wir verändern wollen:
Unsichtbare CO₂-Ineffizienz reduzieren
Wertschöpfung durch Einfachheit
Einkauf, Fluss, Qualität und Kundenbedürfnisse aufeinander abstimmen
Vom Automatismus zur Absicht
Weniger, aber besser
Bei Hexalean wird nicht mehr nach dem Stückpreis gekauft. Man kauft nach Fluss, Bedarf, Zeit, Kohlenstoff und Kohärenz.
Und manchmal beginnt alles mit einer einfachen Schraube … und zwei Menschen, die es wagen, die richtige Frage zu stellen.
Vielen Dank an Mathieu, Jeanne und Somefi für dieses vorbildliche Kaizen.
Von Damien Vuillod – Geschäftsführer von Hexalean


